Felix Knothe im Joint Research Centre der Europäischen Union

Forschung am Lago Maggiore

Am 29.06.14 ging es nun los zum Joint Research Centre der Europäischen Union. Der Kurzstreckenflug von Dresden nach Mailand über München war eine lustige Erfahrung. Kurz nachdem man die Reisehöhe erreicht hatte wurde schon wieder zur Landung angesetzt. Innerhalb von 4h (Umsteigezeit in München 2h) war ich dann in Mailand. Nach einigen Verwirrungen am Flughafen konnte ich bzw. der Transfer zum Hotel mich finden. Nach ungefähr einer Stunde Fahrt von Flughafen erreichten wir den Lago Maggiore. Dort bekam ich ein Zimmer mit einer unglaublichen Aussicht auf den See. Ich teilte mir dieses mit einem anderen Sonderpreisträger aus Sachsen. Neben den Sonderpreisträgern von Jugend forscht waren ebenfalls Preisträger vom europäischen Wettbewerb dabei aus den unterschiedlichsten Nationen. Abends beim gemeinsamen Pizza essen konnte man sich besser kennenlernen und ins Gespräch kommen.

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Laborbesichtigung

Am 30.06.14 ging es früh los zum JRC, welches sich nur etwa 5 - 10 min Fahrt vom Hotel befand. Ausgestattet mit Besucherpässen und Essenmarken ging es dann zum Präsentationsgebäude des JRC. Nach einer Einführung zum JRC, an was genau geforscht wird, was man damit zusammenfassen kann, dass dort die Forschung für Gesetzesentwürfe der EU betrieben wird bzw. EU weite Projekte, folgte die offizielle Vorstellungsrunde. Danach bestand der gesamte Tag daraus die unterschiedlichen Labore zu besuchen, welche uns die Wissenschaftler vorstellten. Das war ziemlich interessant: von Erdbebenforschung zu Nanopartikeln über Abgasuntersuchungen an unterschiedlichsten Fahrzeugen.

 

Der 01.07.14 war dann ganz anders organisiert. Die Preisträger wurden nach ihren Interessen bzw. Themen von ihren Arbeiten an die unterschiedlichen Labore verteilt. Durch mein Thema kam ich zum Labor bzw. Forschungsstelle rund um das Thema Boden "soil". Es befasste sich unter anderem mit der Erfassung, Kartographierung, Erstellung von Prognosen für die Zukunft und der Forschung rund um das Thema Boden. Zuerst könnte ich einer Präsentation von deutschen Wissenschaftlern beiwohnen, welche ein neues Verfahren zur Erfassung von Bodenkomponenten und Pflanzenwachstum vorstellten mit anschließender Präsentation. Danach konnte ich jedes einzelne Labor des Gebäudes besuchen und mit den einzelnen Wissenschaftler über ihre Arbeit sprechen, sowie hatte die Möglichkeit mein eigenes Thema meiner Arbeit vorstellen, was die Wissenschaftler sehr interessant fanden. An diesem Tag rannte die Zeit förmlich. Kurz bevor es wieder zum Hotel ging bekam ich von den Wissenschaftlern zahlreiche Atlanten und Plakate über die Bodentypen in Europa und der ganzen Welt geschenkt, sodass ich mein Gepäcklimit erreichte auf dem Rückflug.

Zum Abschied bzw. abklingen der fantastischen 2 Tage fuhren wir auf eine Insel auf dem Lago Maggiore wo wir typisches der Region aßen.

Am darauffolgenden Morgen ging es danach wieder zurück nach Dresden.

Vincent Stimper beim Stockholm International Youth Science Seminar 2014

Im Herzen der Wissenschaft

Mein erster Eindruck von Stockholm wurde vom Sonnenuntergang geprägt, den ich kurz vor der Landung vom Flugzeug aus bewundern durfte. Das ist an sich kein besonderes Ereignis, jedoch war es für mich ungewöhnlich, dass es erst drei Uhr Nachmittag war. Die Dunkelheit und noch dazu das schlechte Wetter drückte tatsächlich meine große Vorfreude zunächst etwas, doch das sollte kein Dauerzustand werden. Angekommen in der Altstadt von Stockholm mit ihren unzähligen schmalen, romantisch beleuchteten Gassen gelangte ich in das Hostel, indem ich gemeinsam mit den anderen 23 Teilnehmern des „Stockholm International Youth Science Seminar“ (kurz SIYSS) untergebracht war. Diese hatten sich wie ich die Teilnahme an diesem Seminar in einem nationalen oder internationalen Wettbewerb ähnlich wie Jugend forscht gewonnen. Daraus resultierend verbanden uns einige Qualitäten, die uns zum Sieg verholfen hatten: die Begeisterung für Wissenschaft, fächerübergreifende Neugier (auch im Bezug auf Politik und Ethik) und Gesprächigkeit. Das erste Zusammentreffen der jungen Leute mit diesen Eigenschaften aus verschiedensten Regionen der Welt führte sofort zu einer lockeren und angeregten Atmosphäre, die für mich den besonderen Reiz des SIYSS ausmachte. Wir lernten uns rasch kennen und unterhielten uns bald über Wissenschaft, Politik, unsere Herkunftsländer, etc. Wir scherzten und lachten, hatten eine wunderschöne Zeit. Das setzte sich in der gesamten Woche fort und so entstand in der kurzen Zeit eine neue Community, quasi eine große Familie.

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Mit Nobelpreisträger John O'Keefe (Medizin und Physiologie)

Organisiert wird das SIYSS von der schwedischen Stiftung Unga Forskare in Person von schwedischen Studenten, mit denen wir uns ebenfalls sehr gut verstanden haben. Sie führten uns durch das eng getaktete Programm, was nach dem Kennenlernabend am nächsten Tag mit einer Rundfahrt durch Stockholm begann. Die Stadt ist auf mehreren Inseln erbaut. Das Stadtbild ist folglich von einigen Meeresarmen geprägt, die die Inseln voneinander trennen. An den Ufern liegen einige große und prunkvolle Segelschiffe. Die U-Bahn gilt unter Touristen als die größte Kunstausstellung der Welt, da jede Station mit Wandmalereien, Skulpturen und ähnlichen geschmückt ist. An vielen Stellen werden wir auf den Bezug auf den Nobelpreis und verwiesen. Wir fuhren am Wohnhaus vorbei, indem Alfred Nobel seine ersten Experimente mit explosiven Substanzen machte, die eines Tages schief gingen und im Tod seines Bruders endeten. Am Flughafen und vor dem Grand Hotel werden die Nobelpreisträger mit großen Plakaten willkommen geheißen. Vor dem Rathaus parkten bereits Tage vor dem Bankett etliche Lieferanten, um die Vorbereitungen im Inneren zu ermöglichen. Über den Nobelpreis, dessen Geschichte und Vergabe wurden wir am nächsten Tag genauer informiert. Wir besichtigen das Karolinska Institute, was jährlich die Nobelpreisträger in Medizin und Physiologie vergibt. Hier verdeutlichte sich die Exklusivität, die das SIYSS gewährleistet: Durch die Labore führte uns nicht irgendein Mitarbeiter des Karolinska Instituts, sondern ein hochrangiges Mitglied des Nobelkomitees. Im Anschluss hielt uns der Generalsekretär des Nobelkomitees einen Vortrag über den Nobelpreis, Alfred Nobel, die dazugehörige Stiftung, etc. Dann wurde es ernst: Wir durften auf einer Pressekonferenz das erste Mal hautnah an die Preisträger in Medizin und Physiologie heran. Als sie den Raum beraten, wurde sofort klar, warum sie die Nobel Woche zu etwas außergewöhnlichen machen. Wissenschaftliches Arbeiten ist selten geradlinig, sondern oft von Problemen und Rückschlägen geprägt. Somit haben Wissenschaftler nicht zu Unrecht den Ruf meist zerstreut und gestresst zu sein. Von den Nobelpreisträgern ist mit dem erhalten der höchstmöglichen wissenschaftlichen Auszeichnung jegliche Last abgefallen. Übrig bleibt der scharfsinnige, neugierige, von seinem Fachgebiet faszinierte und begeisterte Mensch. Es gibt folglich keinen besseren Zeitpunkt, um sie kennenzulernen.

Wie wichtig die Leidenschaft für die Forschung ist, um einen Nobelpreis zu gewinnen, wurde am folgenden Tag in den Nobel lectures, dem Vorträgen der Preisträger über ihre Arbeit, klar. Die japanischen Physiker arbeiteten Jahrzehnte lang an der Herstellung effizienter blauer LEDs mit einem Material, von dem weltweit kein anderer Physiker glaubte, dass es zum Erfolg führen würde. Auch wurde uns vor Augen geführt, wie unterschiedlich die Wege zu ähnlichen Entdeckungen sind. Der deutsche Nobelpreisträger in Chemie Stefan Hell arbeitete nach seiner Promotion sukzessive an der Entwicklung eines Lichtmikroskops, was Strukturen bis auf ihre Moleküle auflösen kann. Der US-Amerikaner Eric Betzig hingegen, der den Preis ebenfalls dafür erhielt, beendete mit Mitte 30 seine akademische Laufbahn und arbeitete 10 Jahre im Maschinenbau-Unternehmen seines Vaters. Erst dann kam ihm beim lesen eines Fachartikels die entscheidende Idee und er begann mit dem Aufbau eines Mikroskopes im Wohnzimmer eines Freundes, bevor er wieder eine Anstellung in einem Labor erhielt.

Nachdem wir die Redekunst der Laureaten bewundern durften, war es für uns eine besondere Ehre, unsere Projekte am gleichen Ort wie die Medizinnobelpreisträger, in der Aula Medica, Nobel Weg 6, vor fast 1000 schwedischen Gymnasiasten vorzustellen. Auch wenn man nur fünf Minuten für die Projektpräsentation hat, genießt man jeden Augenblick, den man im Rampenlicht stehen darf.

Am Vorabend der Verleihung hatten wir auf der Nobel reception im prunkvollen Nordic Museum die Gelegenheit, alle Preisträger zu treffen. Wir nutzen diese und sprachen mit ihnen über ihre Forschung, das Studium und ihre Pläne für die Zukunft. Wir ließen uns auch Autogramme geben und schossen Selfies mit ihnen. Auch wenn manche nach dem 20. Autogramm ein wenig genervt wirkten, so meinte beispielsweise Eric Betzig, dass er es genieße, einmal wie ein Popstar von einer Traube junger Leute umgeben zu sein.

Den krönenden Abschluss stellte selbstverständlich die Verleihungszeremonie dar. In Abendkleid bzw. Frack wurden wir in drei weißen Limousinen zum Konzerthaus gefahren, wo die Laureaten die Medaille vom schwedischen König überreicht bekamen. Im Anschluss begab sich die Gesellschaft in das legendäre Rathaus von Stockholm, wo eine ganze Armee von Kellnern den etwa 1500 Leuten drei köstliche Gänge servierten. Highlights des Abends sind neben den Auftritten den schwedischen Staatsballetts die Reden der Nobelpreisträger. Besonders fasziniert hat mich die Rede Stefan Hells, der ein Zitat Erwin Schrödingers aufgriff, in dem dieser etwas für unmöglich erklärte, was er und seine Kollegen nun realisiert hatten. Er rief dazu auf, nie zu glauben, etwas sei unmöglich, nur weil das irgendeine wichtige Persönlichkeit einmal behauptet hat. Und man solle nie den Glauben an die Realisierung seiner Idee verlieren, egal wie bescheiden die Möglichkeiten sind.

Ich habe in den letzten Jahren an über 100 verschiedenen Events im Rahmen von Schülerwettbewerben teilgenommen. Ich verbinde mit jedem einzelnen jede Menge schöne Momente, doch hat mich keins so sehr bewegt wie das SIYSS. Es stellt für mich persönlich nicht nur den krönenden Abschluss meiner Laufbahn als Teilnehmer bei Schülerwettbewerben dar, sondern wird sicher auch ein Leben lang Quelle von Inspiration und Motivation für meine Arbeit sein. Mir bleiben neben unvergesslichen Erinnerungen auch Freundschaften fürs Leben und die Leidenschaft für die Wissenschaft. 

WETTBEWERBSTERMINE

Es geht wieder los!

„Es geht wieder los!“

So lautet das diesjährige Motto von Jugend forscht im 50. Jahr seines Bestehens. Ein großes Jubiläum und natürlich ein großartiger Wettbewerb für alle jungen Leute, die gern tüfteln, entwickeln und sich wissenschaftlich betätigen. Der Bundeswettbewerb 2015 findet vom 26. bis 30. Mai 2015 in Ludwigshafen statt.  Bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Zunächst einmal stehen die Regionalwettbewerbe in den Regionen Leipzig/Nordwestsachsen, Chemnitz/Südwestsachsen und Dresden/Ostsachsen an. Wer dort von den Juroren in seinem Fachgebiet  ausgezeichnet wird, gelangt zum Landeswettbewerb, der diesmal im BMW Werk Leipzig stattfindet. Diesen richten die Patenfirmen Globalfoundries, BMW Werk Leipzig und die Siemes AG aus. Die Sieger in den Fachbereichen Arbeitswelt, Biologie, Chemie, Mathematik/Informatik, Physik, Geo- und Raumwissenschaft und Technik fahren dann zum Bundeswettbewerb.

Wettbewerbstermine:

Dresden/Ostsachsen, 26. Februar 2015
Gymnasium Bürgerwiese Dresden
www.jufo-dresden.de

Chemnitz/Südwestsachsen, 6. und 7. März 2015
Chemnitz

Leipzig/Nordwestsachsen, 12. März 2015
Foyer des Neuen Augusteums der Universität Leipzig
www.jufo-leipzig.de

Landeswettbewerb Sachsen, 26. bis 28. März
BMW Werk Leipzig
www.jugend-forscht-sachsen.de

Bundeswettbewerb 26. bis 30. Mai 2015
Ludwigshafen
www.jugend-forscht.de

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Vincent Stimper in Stokholm

Sächsischer Jugend forscht Sieger trifft Nobelpreisträger

Bei der am 10.12.2014 in Stockholm stattfindenden Nobelpreisverleihung ist auch ein aktueller Bundessieger von Jugend forscht zu Gast. Vincent Stimper (19) wird miterleben, wie das schwedische Königspaar die höchsten wissenschaftlichen Auszeichnungen verleiht. Für den talentierten Jungforscher ist der Festakt der Höhepunkt einer ereignisreichen Woche: Gemeinsam mit 23 Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftlern aus 18 Ländern nimmt er derzeit am einwöchigen "Stockholm International Youth Science Seminar" (SIYSS) teil, das seit 39 Jahren von der Schwedischen Vereinigung junger Wissenschaftler veranstaltet wird.

Vincent Stimper gewann die Reise nach Stockholm beim diesjährigen Jugend forscht Finale in Künzelsau als Sonderpreis der Bremer Ernst A. C. Lange-Stif­tung. Sein Physik-Projekt "Zwischen Harmonie und Chaos - ein verallgemeinertes Modell des Doppelpendels" wurde zudem mit dem Bundessieg im Fachgebiet Physik ausgezeichnet.

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Vincent Stimper Bundessieger Physik 2014

"Die Nobelpreisverleihung, auf die ich mich sehr freue, wird eine außergewöhnliche Erfahrung sein", beschreibt Vincent Stimper seine Erwartungen. "Besonders gespannt bin ich auf die traditionellen Dankesreden der Preisträger und habe mir fest vorgenommen, die Laureaten nach der Quelle ihrer Motivation und Inspiration für ihre Forschungsarbeit zu fragen. Ich bin mir sicher, dass die Woche in Stockholm ein prägendes Erlebnis ist, das mir mein ganzes Leben lang in Erinnerung bleiben wird", sagt Vincent Stimper, der im Sommer 2014 sein Abitur am Karl-Schmidt-Rottluff-Gym­nasium in Chemnitz bestanden hat und seit dem Wintersemester an der TU Mün­chen Mathematik studiert.

Nach der Nobelpreisverleihung wird der Jungforscher mit den Nobelpreisträgern, zu denen auch der deutsche Chemiker Stefan Hell gehört, und mehr als 1 000 Gästen am traditionellen Bankett teilnehmen und anschließend im Frack auf dem festlichen Ball im Stockholmer Rathaus tanzen. In der Woche zuvor konnte Vincent Stimper bereits beim SIYSS an einem attraktiven wissenschaftlichen und kulturellen Programm teilnehmen: Die jungen Talente hörten unter anderem Vorträge der Laureaten zu ihren Forschungsprojekten. Darüber hinaus besuchten die Nachwuchswissenschaftler die Königliche Technische Hochschule, das Nobel Museum wie auch das Karolinska Institut, eine der weltweit renommiertesten medizinischen Hochschulen.

"Für unseren aktuellen Physik-Bundessieger Vincent Stimper ist die Nobelpreisverleihung eine exklusive Gelegenheit, mit herausragenden Wissenschaftlern ins Gespräch zu kommen", sagt Dr. Sven Baszio, Geschäftsführender Vorstand der Stiftung Jugend forscht e. V. "Die Teilnahme an den Feierlichkeiten in Stockholm wirkt darüber hinaus als besonderer Ansporn, selbst eine Karriere in Forschung und Wissenschaft einzuschlagen."

Quelle: Text und Foto
Stiftung Jugend forscht e. V. 
Dr. Daniel Giese 
Baumwall 5 
20459 Hamburg 
Tel.: 040 374709-40 
Fax: 040 374709-99 
E-Mail: presse(at)jugend-forscht.de 
www.jugend-forscht.de 

Ein Kurzporträt

Vincent Stimper- Bundessieger Physik 2014

Vincent Stimper

Ende Mai 2014 errang der Chemitzer Vincent Stimper vom Karl-Schmitt-Rottluff-Gymnasium beim Bundeswettbewerb Jugend forscht in Künzelsau den Bundessieg im Fachgebiet Physik. Neben diesem beeindruckenden wissenschaftlichen Erfolg, erhielt Vincent einen weiteren wertvollen Sonderpreis, die Teilnahme an der Nobelpreisverleihung am 10. Dezemper 2014 in Stockholm. Die Internetseite von Jugend forscht aus Hamburg hat den Chemnitzer porträtiert. Hier ein Auszug:

 

 

Zwischen Harmonie und Chaos

Die große Leidenschaft von Vincent Stimper sind die Fächer Mathematik und Physik. Was ihn daran so fasziniert? Komplexe scheinbar unlösbare Fragestellungen und die Herausforderung, Stück für Stück an neuen Erkenntnissen zu arbeiten. "Wenn man dann die Lösung hat, fühlt man sich wie der King der Welt", so der Jungforscher. Insofern verwundert es nicht, dass er für seine zweite Jugend forscht Teilnahme ein komplexes theoretisches Problem erforscht. In seinem Projekt "Zwischen Harmonie und Chaos – ein verallgemeinertes Modell des Doppelpendels" untersucht er sogenannte chaotische Prozesse. Dabei handelt es sich um Systeme, deren künftige Entwicklung unvorhersehbar erscheint. Ein ebensolches System ist das Doppelpendel: Stößt man es an schwingt es erst gleichmäßig hin und her, um bald darauf chaotisch herumzutanzen. Der Jungforscher untersucht die Bewegungen des Doppelpendels und findet beispielsweise heraus, dass einige Schwingungen des Pendels bereits chaotisch sind, obwohl sie regelmäßig erscheinen. In der 49. Wettbewerbsrunde von Jugend forscht tritt Vincent Stimper mit diesem Projekt im Fachgebiet Physik an, wird erneut sächsischer Landessieger und kann sich so für den Bundeswettbewerb qualifizieren.

Preisträger mit Herz

Das Jugend forscht Finale Ende Mai 2014 in Künzelsau hält für den 18-Jährigen viele Überraschungen bereit. Höhepunkt des viertägigen Wettbewerbs sind die Preisverleihungen am Samstagabend und Sonntagvormittag. Am Samstag findet die Sonderpreisverleihung in festlicher Atmosphäre, mit einem mehrgängigen Dinner und vielen Gästen statt. Der Jungforscher denkt in diesem Moment an seine Wettbewerbserfahrung aus dem vorangegangenen Jahr und wie er vergeblich auf einen Preis hoffte. Doch in diesem Jahr ist alles anders: Vincent Stimper gewinnt die begehrte Reise zur Nobelpreisverleihung in Stockholm. In seiner Dankesrede motiviert er die anwesenden Jungforscher, die diesmal ohne Auszeichnung geblieben sind, mit ergreifenden Worten nicht aufzugeben und weiter zu forschen. Er selbst sei ein gutes Beispiel, dass es sich lohnt. Für seine aufmunternden Worte bekommt er im Anschluss viel Zuspruch von seinen Mitstreitern. "Die große Anerkennung hat mich fast mehr geehrt als die Auszeichnung selber", sagt der Preisträger.

Sieger in der "Königsklasse"

Zum Zeitpunkt der Sonderpreisverleihung kann Vincent Stimper noch nicht wissen, dass am nächsten Tag ein noch viel größerer Erfolg auf ihn wartet. Die Siegerehrung am Sonntag beginnt mit dem traditionellen Einmarsch der Jungforscher. Nachdem alle auf ihren Plätzen sitzen, beginnt für den talentierten Physiker wieder das Hoffen und Bangen. Dann der große Moment: Vincent Stimper gewinnt den Bundessieg im Fachgebiet Physik! Klaus von Klitzing, Nobelpreisträger für Physik des Jahres 1985, hält die Laudatio und beglückwünscht ihn auf der Bühne. Bundesministerin Prof. Dr. Johanna Wanka sowie zahlreiche Vertreter aus Politik und Wirtschaft sitzen in der ersten Reihe und beklatschen begeistert die herausragende Leistung. "Ich fühlte mich sehr geehrt und demütig, dass meine Arbeit in dieser Form honoriert wurde", so der Jungforscher.

Vollständiger Text unter: auf www.jugend-forscht.de